Das Thema Projekte in Zeiten der Digitalisierung erfolgreich managen stand im Mittelpunkt des CM des PMICC im November. Dr. Peter Fey vom Board des PMICC leitete in das Thema ein und moderierte den Abend. Über 60 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung in dem alt-ehrwürdigen Camphausen-Saal der Industrie- und Handelskammer zu Köln teil.

Dr. Peter Fey

Dr. Peter Fey, PMI®, Product Owner®,
ScrumMaster®, Mitglied im Board des PMICC

Der leider oftmals unklar verwandte Begriff Digitalisierung wurde anhand konkreter Erfahrungen aus Projekten fassbar gemacht und in den Vorträgen von Matthias Gärtner, RuhrPM,  sowie Dr. Stefan Strauß, STRAUSSMEDIA, lebendig vorgestellt.

In seinem Vortrag “Digitale Transformation – Herausforderungen an das Projektmanagement” zeigte Matthias Gärtner drei wesentliche Veränderungen im Projektmanagement auf, die im Rahmen der zunehmenden digitalen Durchdringung aller Bereiche in den Unternehmen immer bedeutender werden:

  • Veränderungen in der Zusammenarbeit
  • Veränderungen in der Organisation
  • Veränderungen in der Projektsteuerung
Matthias Gärtner
Matthias Gärtner, PMP®, RUHR PM

Sein Credo: Keep it simple! Das moderne Projektmanagement muss dem Unternehmen und vor allem Projekt dienen und nicht umgekehrt. Der Projektleiter sollte daher, so Matthias Gärtner in seinem Vortrag, die folgenden Empfehlungen berücksichtigen, damit Projekte im digitalen Umfeld erfolgreich gemanagt werden können.

  • Es sind nur einfache und verständliche Standards und Methoden zu verwenden, die von allen angenommen und leicht umgesetzt werden können
  • Tools und Templates kommen nur zur Anwendung, wenn sie keinen Mehraufwand im Projekt verursachen und handhabbar sind.
  • Der (vom Auftraggeber und Projektleiter unterschriebene) Projektauftrag ist das wichtigste Dokument im Projekt.
  • Der (regelmäßige) Statusbericht ist das wichtigste Steuerungsinstrument für den Projektleiter und den Auftraggeber.
  • Ein übersichtliches Projektportfolio ist bei der Vielzahl der Projekte unverzichtbar. Es wird aus den Statusberichten maschinell über definierte Schnittstellen befüllt.

Im Vortrag “Die neuen Währungen im Digitalen Marketing: Engagement, Emotion, Edgerank und Endorsement” stellte Dr. Stefan Strauß das Prinzip der 4Es im Umgang mit den Sozialen Medien vor. Dr. Strauß erläuterte an vielen Praxisbeispielen, worauf es aus Unternehmenssicht bei dem erfolgreichen Umgang mit den Sozialen Medien ankommt.

4E-Prinzip-Folie
4E-Prinzip

Beinahe unvermeidlich werden bei der Umsetzung digitaler Vorhaben alle Bereiche eines Unternehmens berührt, daher ist hier auf die Außenwirkung der Veränderungen besonders zu achten. Aus Unternehmenssicht sind diese Medien aktiv zu nutzen, da die Unternehmen selbst Inhalte dieser Medien sind. Dr. Fey hatte in seiner Anmoderation mit Rückgriff auf einen Handelsblatt-Bericht auf einen süddeutschen Technologiekonzern als ein Beispiel einer digitalen Neuorientierung verwiesen.

  

Dr. Stefan StraußUnternehmen und Konzerne, Organisationen und staatliche Stellen, ja auch Privatpersonen werden in digitalen Medienformaten erwähnt oder auch direkt – zum Teil sehr kritisch – angesprochen. In der neuen Kommunikation in den Sozialen Medien ergeben sich für die Unternehmen – strategische – Möglichkeiten, ihr Handeln darzustellen, mögliche Fehlentwicklungen in der öffentlichen Wahrnehmung vorauszusehen und zu korrigieren. Auf Kunden-Äußerungen – hinter denen sich unter Umständen auch missliebige Wettbewerber verbergen – können Unternehmen, so Dr. Strauß in seinem Vortrag, direkt und gezielt eingehen und durch adäquate Antworten an die jeweilige Community informativ in die Meinungsfindung eingreifen. Das kann für die Durchführung von Projekten enorm wichtig sein. Mit Blick auf führende Plattform-Anbieter wie beispielsweise Facebook müssen die Unternehmen in ihren Kommunikationsabteilungen die jeweils geltenden Vorgaben kennen und berücksichtigen. Die Kommunikation der Unternehmen in den Sozialen Medien ist klar an der Strategie der Unternehmen auszurichten.

Zum Ausklang des Abends lud Dr. Fey in Stellvertretung für das gesamte Board des PMICC zu einen Imbiss. Viele Teilnehmer nutzten bei Sandwich und Saft die Gelegenheit, mit Kollegen, den anwesenden Mitgliedern des PMICC-Boards und auch mit den Vortragenden über die richtige Herangehensweise an Digitalisierungsprojekte zu sprechen. Die Veranstaltung endete gegen 21 Uhr.

Rückblick Chapter Meeting im November in Köln: Digitale Projekte erfolgreich managen